Foto: Calamity Jane Blue, Erste Begegnung mit Yves Noir, 2017

Calamity Jane

Manche kennen die Calamity Jane vermutlich aus dem Westernkontext. Ich lieh mir ihren Namen 2016 für die Schaffung einer Bühnenfigur. Ihre Wurzeln nahm Calamity Jane in Burlesque. Mittlerweile ist ihre Perfomance nicht mehr eindeutig einem Genre zuzuordnen. Tanz, Akrobatik und Literatur fließen oftmals zusammen. Kooperationen mit anderen Künstler:innen sind keine Seltenheit.



Foto: Calamity Janes Reading Act, Burlesquería, Wien, Credit: Rene Wallentin


Foto: Bunny Performance, Wien, Credit: Weltenraum Nixe


Performance im Musikvideo zu glizzah, Dritte Hand, 2019

60 Jahre Undine geht

 Im Gespräch mit dem Fotografen Walter Pobaschnig.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?

"Die feministische Perspektive, den kritischen Blick auf Machtverhältnisse und die Mehrdeutigkeit. Die Entscheidung, immer wieder aus der Komfortzone zu gehen, aber auch andere aus dieser hinaus zu locken, in die eigenen Gewässer."

„Undine geht“ wurde vor 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

"Das Ich in Undine ist ein starkes und ich glaube das steigende weibliche Selbstbewusstsein ist ein zentrales Element im heutigen Frausein. Die Liste, was sich noch ändern sollte, ist ziemlich lange und traurig aufzuzählen, ohne hier ein allzu pessimistisches Bild zeichnen zu wollen. Es fehlt oft an Achtung, Respekt, überholte Rollenverständnisse sind immer noch zu diskutieren (bei beiden Geschlechtern) Das schlägt sich wiederum in Themen wie Arbeit, Familie, Gehalt nieder und weiterführend auf die sehr verschiedenen Vorstellungen eines selbstbestimmten Lebens, den Umgang miteinander im öffentlichen Raum, Wertvorstellungen usw. Natürlich sind das alles nicht ausschließlich geschlechterspezifische Themen. Unsere Lebensbedingungen befinden sich in einem ständig wandelnden Prozess und müssen stetig neu verhandelt werden. Aber der Diskurs zur Geschlechterfrage ist groß und die Veränderungen minimal. Häufig finden sie im privaten Rahmen statt und nicht in der breiten Masse."



Reisen.

Ich reise beinahe unverhüllt. Die Schnürung gibt den Ton an. Gleite in Zwischenräumen. Begleite mich in ein Dazwischen. Temperaturloser Verlauf der Haltestationen. Die Fahrt verläuft ohne weitere Zwischenfälle. Ein Werbespot fällt mir ein. Bunte Farben und Melodien drängen sich auf. Und ich muss mich abwenden, um ihnen zu entgehen. Warte geduldig, bis sie vorübergeflirrt sind und ich mich wieder entspannen kann. Runder werden und den Kanten entgegenwirken. Auf meiner Reise begegne ich mir Haut an Haut. Manchmal fühlt sie sich wie die eines anderen Lebewesens an und ich verliere das Gefühl. Zuerst für den Körper. Dann erst für Zeit und Raum.

Foto: Yves Noir / Text: KJF


Homeage

Das Projekt Homeage wurde 2020 zu Beginn des zweiten Lockdowns in Österreich von der Poetin Katharina J. Ferner und dem Fotografen Mark Daniel Prohaska gestartet.
Der Titel Homeage ist eine Verknüpfung der Worte Hommage und Home. Einerseits ist das Projekt tatsächlich eine Hommage an die Texte verschiedener literarische Persönlichkeiten, denen eine Straße gewidmet wurde. Andererseits steckt darin auch das Wort home, was als Verweis auf unseren Wohnort Salzburg ist, in dem das Projekt zum ersten Mal durchgeführt wurde.

Die Serie umfasst 20 Straßennamen, die mit Texten zeitgenössischer Autor*innen belesen wurden. Gefördert wurde das Projekt vom Land Salzburg.