2022



„Lesen Sie Gedichte, deren Klang ihre Zunge fordert. Schauen Sie sich Kunstausstellungen an. Kleiden Sie sich in weiche Stoffe. Berühren Sie ein Rosenblatt. Riechen Sie in den Regen hinein“

Im Interview mit Walter Pobaschnig / zum 60. Todesjahr von Marilyn Monroe


Give Peace a Chance - Akrostichon for peace. Auf Einladung des Fotografen Walter Pobaschnig.

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Sie ist Autorin, Poetin, Performerin, Redakteurin, war Stadtschreiberin, hat ihren zweiten Lyrikband veröffentlicht und ist nun zu Gast in der Radetzkystrasse 1: Frauke Kühn begrüßt in dieser Woche die Salzburgerin Katharina Ferner. Gemeinsam sprechen sie über ihre außergewöhnliche Studienwahl, sowie die Wichtigkeit von Literaturzeitschriften und Schreibaufenthalte für Autor:innen. Katharina Ferner erzählt von der Stigmatisierung von Dialektlyrik, welche Probleme sich bei der Übertragung ins Hochdeutsche ergeben, aber auch welche Türen sich dadurch öffnen und welche Rolle der Klang dabei spielt. Schließlich wirft Frauke Kühn mit der Autorin und Teilnehmerin des Bachmann-Preises 2021 einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des jährlichen Wettlesens.

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2021


Videoporträt TDDL

Die Teilnahme am Wettlesen 2021 erfolgte auf die Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.

Videoporträt Konzept / Performance: Katharina J. Ferner, Video: Mark Daniel Prohakska, Musik: Chili Tomasson, Performance 2: Theresa Ferner


unsichtbar und one earth - one daham sind organisierten im Dezember 2021 einen Live-Talk zu Sexualisierter Gewalt gegen Flinta*. Unter der Moderation von Helena Gabriel-Oiwoh tauschten sich Livia Klein und Gloria Bozyigit über die Thematik aus. Der Talk wurde von künstlerischen Beiträgen begleitet: Es gab musikalischen Input von Ines Kolleritsch und literarische Beiträge von Katharina J. Ferner und Soumayya Gad Alla.

2020


Das Vermissen
Ich stelle mir vor, einen Tag lang zufrieden zu sein, damit gesund zu sein und meine Familie in der Nähe zu haben und die Liebsten wohlauf. Ich denke über die Verschiedenheit von Vermissen nach. Wieso ich gerade jetzt so heftig vermisse und am Telefon kein Wort herausbringe. Ich erinnere mich an endlose Telefonate aus Italien, bei denen ich vorwiegend über die Beschaffenheit des Himmels und die Annäherungsversuche der Salamander sprach und die Ermüdung am anderen Ende des Hörers zuerst nicht wahrnahm. Wie ich meinen Rhythmus von März spielend übernahm. Aufstehen, Sport machen, lesen, am Schreibtisch herumgammeln. Ich war zwar deutlich produktiver, als im Frühjahr, hatte plötzlich viel mehr Raum und Weite, aber niemanden mehr, mit dem ich über Begrüßungsworte hinaus verständigen konnte. Eine Ausnahme waren die Kurzbesuche von V., der mir bei jeder Gelegenheit das Zitronenlandlied von Goethe vortrug, wenn er kam um die Pflanzen zu wässern.

Ich stelle mir vor, die vermoosten Bäume vor meiner Wohnung wären ein Zitronengarten, die Straße zum Berg, eine Pinienallee, blättere in Fotos und spüre das Flirren der Hitze. Das Atmen wird schwer im Nachmittagswind, der den Wäscheständer umfegt, und die Katze aufscheucht. Ich stelle die Musikbox vor das Fenster und spiele Disco. Nach drei, vier Songs bin ich so erhitzt, dass mir schwindlig wird. Ich halte den Kopf unter kaltes Wasser, bis es wieder geht, zupfe die staubige Wäsche aus dem Oleanderbaum vor dem Haus.

Als ich den Gasofen anmache, denke ich unwillkürlich an eine meiner früheren Wohnungen in Wien. Das Vermissen setzt wieder ein, die Großstadt, der Wirbel, das Bimmeln der Straßenbahnen. Vor dem Fenster ein zauberischer Sonnenuntergang in der der fernen Landschaft. Was würde ich für ein bisschen Regen geben.

November: Die Tage vergehen sehr schnell. Es wird dunkel, bevor ich richtig mit der Arbeit begonnen habe. Ich kann lange nicht einschlafen, obwohl ich so müde bin, dass mir die Augen tränen. In meinen Träumen geht stets etwas zu Bruch.


Aus: Journal aus diesen Tagen / Kooperation mit dem Literaturhaus Innsbruck


2019




Nach der Stipendienzeit am Schriftstellerhaus Stuttgart wehte noch für einige Zeit eine poetische Fahne vom Fenster.

Foto: Yves Noir